Homöopathie, Erste-Hilfe-Anweisung

Die folgende Kurzanweisung soll es dem Patienten ermöglichen, sich in akuten Fällen, bei denen der homöopathische Arzt/Heilpraktiker nicht erreichbar ist, selber zu helfen. Sie gilt bevorzugt für Einzelmittel in C30 Potenzierung.

Einnahmehinweis:
Man läßt ein Globuli (Kügelchen) auf der Zunge zergehen und gibt 3-5 in ein Glas Wasser, welches dann schlückchenweise getrunken wird. Wirkt das gewählte Mittel, so muß es erst bei erneuter Verschlechterung wieder gegeben werden. Sollte es keine Wirkung zeigen, dieses Mittel nicht wiederholen. Ob ein Mittel geeignet ist, wird hauptsächlich bestimmt durch die Art (Modalität), wie sich eine Krankheit äußert. Bei einer möglichen Fehlapplikation kann allgemein ätherisches Öl (Pfefferminztee/Kamillentee) als Antidot verwendet werden

Aconitum (Blauer Eisenhut/Sturmhut):
Ist geeignet bei sich relativ rasch ent-wickelndem Infekt mit trockenem Fieber (gerade beim Kind). Bei Schweißbildung nicht mehr anwenden (siehe Belladonna). Gleichfalls bei plötzlich auftretender Heiserkeit (hier ist die Ursache oft auch ein zu kalter Ostwind, dem der Patient ausgesetzt war); bei starkem Angstgefühl mit nächtlichem Aufschrecken und Herzjagen, oft verbunden mit Atemnot. Der Patient klagt über innere Unruhe. Symptomatik wird nachts und bei Wärme schlimmer, zudem zeigt sich eine Geräuschempfindlichkeit.

Allium cepa (Küchenzwiebel):
Ist geeignet bei allergischen Atemwegser-krankungen. Patient empfindet dabei das Tränensekret eher als mild, das Nasensekret aber als stark reizend und wäßrig (Fließschnupfen); Sekret verschlechtert sich deutlich bei Wärme.

Apis mellifica (Honigbiene):
Ist geeignet bei Entzündungen, hier im wesentlichen bei rot-bläulich (fahler) Hautverfärbung; Sowie bei Halsentzündung (glasige Schwellung der Mandeln) und Bindehautentzündung (soweit kein Eiter herausläuft); Masern; Scharlach. Apis resorbiert quasi Flüssigkeitsansammlungen. Typisch: teigig aufgeschwollene Gelenke mit Überwärmung, brennende, stechende Schmerzen bei starker Berührungsempfindlichkeit, kaum Durst! Kälte lindert die Beschwerden.

Arnica (Bergwohlverleih):
Es paßt insbesondere bei athletischen Typen besonders gut. Hier geeignet als Wundheilmittel bei einem Zerschlagenheitsgefühl / Muskelkater. Es wirkt blutungsstillend, heilungsfördernd und mindert den Wundschmerz. Eignet sich zur Nachbehandlung von Schlaganfällen mit lähmungsartigen Zu-ständen. Wird auch bei furunkelähnlicher Akne eingesetzt. Ist angezeigt bei einem großflächigen Bluterguß.

Arsenicum album (Arsenik):
Nicht gleich einsetzen (lieber pflanzliches Mittel wie Veratrum album auswählen)! Ist angezeigt bei allgemeiner Schwäche; Abmagerung; Angst, auch zur Nachbehandlung eines Herpes zoster. Der Patient klagt meist über heftige, stark brennende (oft periodisch auftretende) Schmerzen. Verschlimmerung in der Nacht (mit Todesangst verbunden) und bei Kälte, Wärme hingegen wird als Linderung empfunden. Typisch ist ein brennender Durst, man trinkt aber nur kleine Schlucke sowie der faulige Geruch aller Absonderungen. Auch Angstmittel (besonders nachts).

Belladonna (Tollkirsche):
Ist geeignet bei klopfenden, hämmernden sowie stark pulsierenden Kopfschmerzen (Patient hat dabei kalte Hände und Füße, sowie ein heißes, hochrotes Gesicht; er schwitzt und hat starken Durst (wenn kein Durst Æ Apis); Licht- und Sonneneinwirkung, Bewegungen oder Geräusche verschlimmern die Beschwerden). Bei Hals- und Schluckbeschwerden sowie einem beginnenden fieberhaften Infekt (gerade bei damit einhergehender akuter Heiserkeit). Der Patient klagt über Halsschmerzen mit Trockenheitsgefühl; der Husten ist trocken, schmerzhaft und krampfartig. Allgemein gut einsetzbar bei beginnenden Entzündungen, auch an den Gelenken (Patient verspürt eine innere Hitze) - sowie nach Sonnenbrand/Sonnenstich. Mittelohrentzündung.

Bryonia (Zaunrübe):
Ist geeignet bei einer Bronchitis (einhergehend mit Schnupfen/Husten), besonders wenn die Entzündung der Schleimhäute im Vordergrund steht (Wärme verschlimmert die Symptome, dabei berstende Kopfschmerzen, Schluckbeschwerden, schmerzhafter Reizhusten, stechende Brustschmerzen beim tiefen Atmen). Wird eingesetzt bei hochakuten entzündlichen Phasen (Rheuma), charakteristisch sind dabei stechende Gelenkschmerzen, wobei Kälte am betroffenem Gelenk als positiv empfunden wird.

Calcium Carbonicum (Kalk):
Ist besonders für Kinder geeignet die eher schlank und hellhaarig sind. Wenn sie sich schnell erkälten als Einstiegsmittel verwenden. Kinder zeigen dabei deutlich vergrößerte Lymphknoten, die auf Druck schmerzen. Verlangen nach Eiern, Unverträglichkeit von Milch. Verwendung auch bei langsamer Knochen- und Zahnentwicklung, Hautausschlägen.

Cantharis (spanische Fliege):
Ist geeignet bei Erkrankungen der Harnwege, typisch ist gehäuftes Wasserlassen mit wenig Urinabgang, dabei starke, brennende Schmerzen. Wird bei Brandverletzungen eingesetzt, wobei sich schon Blasen auf der Haut gebildet haben - rasch schmerzlindernd und abheilend.

Carbo vegetabilis (Birkenkohle):
Ist geeignet bei einer akuten Kreislaufschwäche mit niedrigem Blutdruck, besonders beim älteren, gebrechlichen Patienten, der über Luftnot – verlangen nach kalter Luft -, Schwindelgefühl und geblähten Leib klagt.

Chamomilla (Kamille):
Ist geeignet bei Durchfällen, die Patienten (v.a. ungeduldige, gereizte Kinder) leiden unter übelriechenden, schleimig-grünen Brechdurchfällen, in der Nacht kolikartig auftretend, der Leib ist schmerzhaft gespannt (Beine angezogen). Zahnen der Säuglinge. Typisch: eine Backe ist auffallend rot; Nachts und bei Wärme tritt eine Verschlimmerung ein.

Cocculus (Kockelskörner):
Ist geeignet für Kinder bei Reiseübelkeit (Kind erbricht häufig und fühlt sich erschöpft). Genauso bei Schwangerschaftsübelkeit (Schwangere fühlt sich ängstlich-verzweifelt, schwach und erschöpft). Wird verwendet bei Erschöpfung durch Überarbeitung; Schlafbeschwerden durch Zeitverschiebung. Symptomatik bessert sich beim Liegen.

Coffea (Kaffee-D30):
Ist geeignet bei Schlaflosigkeit, wobei man sich wie aufgedreht (mit Herzklopfen) fühlt, eine starke Schmerzempfindlichkeit (auch Geräusche erscheinen unerträglich) zeigt und schwitzt. Verschlimmerung: Nachts, durch Lärm und Kälte. Wird auch bei Migräne genutzt.

Drosera (Sonnentau):
Ist geeignet bei keuchhustenartigem Husten (Bellhusten - kurz auf-einanderfolgend, trocken, krampfartig). Patient fühlt sich von Erstickungsanfällen bedroht, Brechreiz und/oder Nasenbluten sowie eine nächtliche Verschlimmerung weisen gleichfalls auf Drosera hin.

Dulcamara (Bittersüß):
Ist das klassische Mittel für akute Erkrankungen, die durch Unterkühlung und Durchnässung verursacht wurden (z.B. akuter Harnwegsinfekt), wobei eine Verbesserung durch Wärmeanwendung und Bewegung verspürt wird. Gleiches gilt für Lippenherpes (verursacht durch Temperaturwechsel / Durchnässung); ebenso dann, wenn die Lippenbläschen stets vor der Menstruation auftreten.

Eupatorium perfoliatum (Wasserhanf):
Ist geeignet bei grippalen Infekten, gerade wenn sie als Folge von feuchtkalter Witterung aufgetreten sind (Körper ist schmerzempfindlich, man hat viel Durst, aber Brechreiz beim Trinken; das Fieber ist morgens besonders hoch). Daneben: Fließschnupfen, Halsschmerzen und trockener, schmerzhafter Husten.

Euphrasia (Augentrost-D6):
Ist geeignet bei Augenbeschwerden insbesondere bei akuter Bindehautentzündung. Hier zeigt sich als Schlüsselsymptom: schmerzhaft juckende (brennende), tränende Augen. Wenn Nasensekret: dies mild. Der lichtempfindliche Patient schließt seine Augen krampfhaft (Lichtscheu). Somit auch geeignet bei Heuschnupfen, der besonders aufs Auge geht.

Ferrum phosphoricum (Eisenphosphat):
Ist geeignet bei fieberhaften grippalen Infekten, einhergehend mit Schleimhautreizungen, Fließschnupfen, beginnende Mittelohrentzündung. Patienten weisen einen heißen Kopf und kalte Füße auf. Das Allgemeinempfinden ist nicht wesentlich beeinträchtigt. Gilt besonders für den blassen, zarten Typ, dabei schneller Wechsel zwischen Erröten und Erbleichen.

Gelsemium (falscher Jasmin):
Ist geeignet bei "Kopfgrippe"; die starken Kopfschmerzen ziehen dabei vom Nacken über den Hinterkopf bis zu den Augen. Schmerzen verschlimmern sich bei Bewegung; Patient klagt über ein allgemeines Schwächegefühl (Zittern, Schläfrigkeit). Gleiches gilt für den Einsatz bei migräneartigen Kopfschmerzen (bei nervösen, sehr sensiblen Patienten; Ursache auch Schreck). Einsatz auch bei Prüfungsangst / Lampenfieber, somit eines der wenigen Mittel die sich zur Prophylaxe eignen. Einnahme: Morgens beim Aufstehen.

Hepar sulfuris (Kalkschwefelleber):
Ist das Hauptmittel bei Eiterungen jeglicher Art. Patient leidet unter Bläschen und Furunkeln, Geschwüren, die leicht bluten und stark jucken, sowie empfindlicher Haut. Verschlimmerung durch Kälte und bei Berührung. Haut neigt zu Schweißausbrüchen. Patient reagiert ausgesprochen überempfindlich.

Ignatia (Ignatiusbohne):
Ist für den stimmungslabilen – Lachen und Weinen im schnellen Wechsel - Patienten (besonders Frauenmittel) bei Magen-Darm-Beschwerden geeignet (Schmerzen bei leerem Magen, saures oder bitteres Aufstoßen, Krampfzustände im gesamten Verdauungstrakt - alles schlägt auf den Magen). Auch: Heimwehmittel.

Ipecacuanha (Brechwurzel):
Ist geeignet bei spastischer Bronchitis mit zähem Sekret, nicht belegter Zunge, Lunge rasselt grob. Patient klagt über Übelkeit und Brechneigung; Verschlimmerung abends und nachts. Gleichfalls bei immer wiederkehrendem (Schwangerschafts-) Erbrechen, wobei das Erbrechen keine Erleichterung verschafft, evtl. einhergehend mit wäßrig-schäumenden Durchfällen.

Ledum (Sumpfporst):
Ist geeignet bei Gelenkschmerzen mit Schwellungen und Ergußbildung, dies gilt insbesondere, wenn die nicht geröteten kleinen Gelenke betroffen sind (Fußballenschmerzen). Der Patient friert, empfindet aber Kälte und Ruhe als angenehm. Gleichfalls bei stark juckenden Insektenstichen. Allgemein auch Stichverletzungen.

Magnesium phosphoricum (Magnesiumhydrogenphosphat):
Ist geeignet bei Krämpfen und Koliken in den Hohlorganen. Krampfneurosen wie Schreibkrampf usw. Beschwerden werden durch Wärme und Gegendruck verbessert.

Mercurius solubilis Hahn. (Quecksilber):
Ist geeignet bei Zahnfleisch- und Mundschleimhautentzündungen, auch Halsentzündung, dabei sind die Absonderungen schleimig, mit Eiter vermengt, gelb-grün und blutig. Charakteristisch sind übelriechende, klebrige, gelbliche Schweiße, Kälteempfindlichkeit, die Zunge ist geschwollen und zeigt Zahneindrücke.

Nux vomica (Brechnuß):
Ist geeignet bei einem "Kater"-Kopfschmerz (Ursache waren der Genuß von zu viel Alkohol, Speisen, Nikotin, zu wenig Schlaf – somit: Entgiftungsmittel). Bei anhaltenden Zahnschmerzen nach Plombieren eines Zahns. Wird bei krampfartigen Bauchschmerzen, morgendlichem Erbrechen, Sodbrennen und Hämorrhoidalbeschwerden eingesetzt. Patient fühlt sich am Vormittag schlechter, abends geht es ihm besser. Paßt besonders für reizbare, überarbeitete Menschen mit sitzender Lebensweise einerseits und hastigem Großstadtleben andererseits.

Phosphorus (Phosphor):
Ist geeignet bei Galle-, Leber-, und Pankreas-Erkrankungen. Sowie Erschöpfungszustände nach Infektionskrankheiten. Prädestiniert für den geistig sehr beweglichen, agilen, intelligenten und hochaufgeschossenen Menschen. Der charakteristischerweise rasch erschöpft ist, er benötigt immer wieder klei-ne Ruhepausen, in denen er sich auffallend rasch erholt. Überempfindlich gegen Geräusche und Gerüche; kleine Wunden bluten stark.

Phytolacca (Kermesbeere):
Ist geeignet bei akut entzündlichen Verläufen im Rachenraum (angeschwollene, dunkelrot verfärbte Mandeln, Schluckbe-schwerden mit bis in die Ohren ausstrahlenden Schmerzen). Die Hals-Lymphknoten reagieren auf Druck schmerzhaft. Wird bei der Behandlung von Brustdrüsenerkrankungen (so auch bei einer schmerzhaften Schwellung der Brustdrüse vor Eintritt der Periodenblutung / Milchstau) eingesetzt.

Pulsatilla (Wiesenküchenschelle):
Ist geeignet bei akut wiederauftretendem Harnwegsinfekt mit krampfartigen Schmerzen und gehäuftem Harndrang (Infekt infolge von Kälte und Nässe). Zudem wird es bei hormonellen Fehlregulationen (Frauenmittel) verwendet, wobei es besonders wirksam bei empfindsamen, sanftmütigen, verzagten Menschen (blond, blauäugig) ist. Gleichfalls bei Erbrechen infolge Durcheinanderessen. Typisch ist: Kein Durst, aber ein trockener Mund. Alle Sekrete sind sanft, milchig; Ausnahme ist das Ohr, hier gelb, eitriges Sekret.

Pyrogenium: Ist geeignet bei sehr hohem Fieber und schwerer Grippe (frieren bei ansteigendem Fieber ist ein wichtiges Symptom). Einhergehend mit dem hohen Fieber ist ein niedriger Puls.

Rhus toxicodendron (Giftsumach):
Ist geeignet bei "Hexenschuß"-Schmerzen oder bei rheumatischen Schmerzen nach langem Stehen oder Heben. Typisch sind Gelenkschmerzen mit dem Gefühl der Steifigkeit. Durch Ruhe wird alles verschlimmert, durch Bewegung und Wärme gebessert. Gleichfalls geeignet bei Lippenherpes (anfangs mit klarem Sekret, zur Eiterbildung neigend) gerade infolge eines fieberhaften Infekts. Auch: Windpocken. Sehr gut bei Sportverletzungen (Prellungen, Zerrungen, Verrenkungen) zu verwenden, gerade infolge einer Überanstrengung.

Spongia (Badeschwamm):
Ist geeignet bei Fließschnupfen, Heiserkeit mit bellendem, trockenem Husten, dabei nächtliche asthmaartige Zustände mit Herzklopfen und Hitzewallungen (dies infolge einer Schilddrüsenerkrankung). Hat sich als vorbeugendes Mittel bei Pseudo-Krupp bewährt, wenn es im Wechsel mit Hepar sulfuris gegeben wird. Verschlimmerung durch Bewegung, vor Mitternacht; Besserung beim Essen oder Trinken.

Staphisagria (Stephanskraut):
Ist geeignet bei Gerstenkörnern. Kommt zudem bei Blasenentleerungsstörungen, infolge eines operativen Eingriffs oder auch einer Geburt, zum Einsatz. Eine Verschlimmerung erfolgt durch Ärger, Kummer und früh beim Aufstehen. Der Patient erfuhr eine Herabsetzung (seelisch verletzt).

Symphytum (Beinwell-D6):
Ist geeignet bei Haematomen (Blutergüssen).

Tartarus stibiatus (Brechweinstein):
Ist geeignet bei sekretreichen Lungenerkrankungen, wobei Atemnot mit deutlich hörbarem Schleimrasseln typisch sind. Patienten fühlen sich hinfällig, bekommen schlecht Luft, daraus resultiert dann eine bläulich-fahle Hautverfärbung. Eine Verschlimmerung erfolgt bei Bewegung.

Veratrum album (weißer Nieswurz):
Ist geeignet bei einer akuten Kreislaufschwäche (Ohnmacht, Kollaps, Herzklopfen). Typisch sind dabei kalte Schweiße (Schweißperlen an der Stirn), blaß kalte Haut.

Viburnum opulus (Schneeball):
Ist geeignet bei Unterleibskrämpfen bei verspäteter und zu geringer Regel. Sowie bei drohender Frühgeburt, hier ist es angezeigt bei wehenartigen Schmerzen, die vom Rücken ausgehen und in die Oberschenkel ziehen